Der Stuckateur 

Der Stuckateur (auch Stukkateur geschrieben) betreibt ein altes, traditionelles Handwerk, der sich aber den ständigen Veränderungen und technischen Fortschritten der heutigen Bauweise angepasst hat. Bevor es den Stuckateur als Beruf gab, wurden die üblichen  Verputzarbeiten  vom Steinmetz bzw. Maurer  ausgeführt. Der Berufsstand des Stuckateurs bildete sich erst, als die Putzarbeiten immer dekorativer ((Kirchenbau) gestaltet wurden.                                                                                        

Stuck

 

 

 

 


Landschaftlich wird der Stuckateur heute auch Gipser, Putzer oder Verputzer genannt. Oft stellt der Laie die Frage, wer kann denn heute noch diese Stuckarbeiten? In der Ausbildung werden angehende Stuckateure noch immer in dieser Technik unterrichtet. Im praktischen Teil der Meisterschüler wird fast die gesamte Zeit der Ausbildung nur mit Stuckarbeiten ausgefüllt. Seinen Höhepunkt hatte das Stuckateurhandwerk  in der Zeit des Barock und des Rokoko. Damals war der Stuckateur  der Künstler am Bau. Früher bestand das Aufgabenfeld des Stuckateurs hauptsächlich aus der klassischen Stuck- und Putzarbeit, wobei der Stuck einen deutlich höheren Stellenwert hatte, als dies heute der Fall ist. Aus der ursprünglichen Rabitzarbeit (Drathputzwände und Drathputzdecken) entwickelte der Stuckateur gemeinsam mit der Herstellerindustrie die Grundlage der modernen Trockenbauweise. Auch die am Markt sehr erfolgreichen Wärmedämm-Verbundsysteme, die einen wichtigen Faktor für Wärmeschutz bilden, wurden zuerst vom Stuckateur mit einem Wärmedämmputz ausgeführt.


 

 

Stuckateur

 

 

 

Stuckarbeiten setzen ein besonders hohes handwerkliches Können voraus. Unter dem Begriff Stuck versteht man die gestalterische Verformung von Mörtel aller Mörtelgruppen für den Innen- und Außenbereich.
Der erste Gipsmörtel wurde vor 5600 Jahren von den alten Ägyptern verarbeitet.
Vor 2400 Jahren verwendete man in Griechenland hauptsächlich Kalkmörtel.
Erstmals in Rom wurde vor 1900 Jahren Kalkstuck angewendet.
Aus den Epochen: Romanik (ca. 1000-1300 n. Chr.), Gotik (ca. 1300-1500 n. Chr.) Renaissance (ab ca. dem fünfzehnten Jahrhundert in Deutschland), Barock (ca. 1650-1780), Rokoko (ca. 1730-1780) bis hin zum Jugendstiel (ab ca. 1890) zeugen heute noch viele Häuser aus vergangenen glanzvollen Zeiten der Stuckkunst.
Leider wurde die hohe Kunst nach den beiden Weltkriegen gänzlich vernachlässigt.
Der Grund lag meistens am fehlenden Geld, welches in erster Linie für fehlenden Wohnraum gebraucht wurde. Auf diese Weise entstand die Mehrzahl der heute schmucklosen Fassaden von Einfamilienhäusern bis zu den Wohnmaschinen der Trabantenstädte.